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Anleitung zur Milchstrassen Photographie

Anleitung zur Milchstraßen Photographie

Als ich das Erste mal nach etwas theoretischer Einführung in Australien im Outback die Milchstraße photographierte traute ich meinen Augen kaum… Es war der Hammer und so einfach noch dazu…

Glücklicherweise sind die Kamera Sensoren (was früher ein empfindlicher Film war) so gut geworden dass praktisch jede Kamera die manuell bedienbar ist dieses faszinierende Himmelsmotiv sichtbar machen kann. Zwar bringt das Zeitalter der Digitalisierung auch Lichtverschmutzung mit sich, was die Sichtbarkeit bedeutend einschränkt wenn man sich dieser nicht an entfernten, dunklen Orten entziehen kann.

Was benötige ich um die Milchstraße zu photographieren?

  • 1. Eine Kamera die eine „Manuelle Funktion“ besitzt
  • 2. Eine Anleitung wie Du Deine Kamera einstellen musst
  • 3. Etwas astronomisches Verständnis wann und wo die Milchstraße zu sehen ist
  • 4. Einen dunklen Ort (etwa 50 km von einer Großstadt entfernt)
  • 5. Ein Bildbearbeitungsprogramm wie Lightroom oder CameraRAW

1. Eine Kamera die eine „Manuelle Funktion“ besitzt

Unabhängig vom Preis und der Empfindlichkeit des Sensors kann man mit jeder Kamera die Milchstraße photographieren die eine manuelle Einstellungsmöglichkeit besitzt. Diese ermöglicht dem Bediener volle Kontrolle gleich ob eine kleine Systemkamera oder einer DSLR.

2. Eine Anleitung wie Du Deine Kamera einstellen musst

Belichtungszeit und Brennweite:

Um so länger die Belichtungszeit, umso mehr Licht kannst Du einfangen. Bedingt durch die Rotation der Erde ist dies allerdings nur bis zu einem gewissen Masse möglich. In Abhängigkeit zur gewählten Brennweite des Objektives variiert die Dauer der Belichtung teilweise stark. Als Faustregel rechnet man 500/Brennweite (für Vollformat Kameras gerechnet). Das entspricht bei einem 20 mm Objektiv 25 Sekunden und bei einem 50 mm Objektiv 10 Sekunden. Überschreitet man diese errechnete Belichtungsdauer werden die Sterne auf dem Photo zu Streifen verursacht durch die Erdbewegung. Verwendest Du eine APS-C Kamera muss den Crop-Faktor mit berücksichtigen werden. Bei dem Beispielbild wurde die Kamera Sony a6300 verwendet mit dem Samyang 12mm f2.0 und 30 Sekunden Belichtungszeit.

Blendeneinstellung:

Grundsätzlich gilt: je grösser die Blende (kleine Blendenzahl: z. B. 1.4; 2.8; ect.) desto Besser denn umso mehr Licht kann eingefangen werden. Verwendet man ein Premiumobjektiv kann man diese Aussage so pauschalisieren. Bei günstigeren Linsen allerdings entstehen starke Vignettierungen und zum Teil Unschärfe im Bild. Hier empfiehlt es sich etwas abzublenden (je nach Objektiv 1/2 bis 1 Blendenstufe). Die Tiefenschärfe kann man bei der Belichtung des Nachthimmels außer acht lassen. Möchte man jedoch etwas im Vordergrund des Bildes im Fokus haben muss die Hyperfokaldistanz berücksichtigt werden. Hier empfiehlt es sich zwei Belichtungen zu machen. Eine für den Sternenhimmel und eine weitere für den Vordergrund. Bei dem Beispielbild wurde die Kamera Sony a6300 verwendet mit dem Samyang 12mm f2.0 und einer Blende von 2.8.

ISO:

Mit dem ISO Wert der Kamera kann die Empfindlichkeit des Sensors gesteuert werden. Diese Möglichkeit der digitalen Belichtung ermöglicht es dem Bediener vereinfacht ausgedrückt „künstlich auf zu hellen“ und so mehr Licht zu erzeugen. Das bringt leider den Nachteil mit sich dass eine mittlere bis starke „Körnung“ im Bild entsteht. Diese kann zwar in Bildbearbeitungsprogrammen wie Lightroom reduziert werden, ohne Qualitätsverluste ist das aber leider nicht möglich. Die richtige Balance zwischen ISO, Blende und Belichtung macht es aus! Bei dem Beispielbild wurde die Kamera Sony a6300 verwendet mit dem Samyang 12mm f2.0. Der gewählte ISO Wert war 2500.

Tipps:
  • Um so kälter die Umgebungstemperatur beim Photographieren, desto weniger ISO Rauschen entsteht.
  • Die Rauschunterdrückung in der Kameraeinstellung sollte ausgeschaltet sein.
  • Stelle das gewählte Bildformat in Deiner Kamera von jpag auf RAW, das gibt Dir in der Nachbearbeitung signifikant mehr Möglichkeiten.

3. Etwas astronomisches Verständnis wann und wo die Milchstraße zu sehen ist

Die Milchstraße ist aus verschiedenen Gründen nicht immer gleich zu sehen am Nachthimmel. Faktoren wie helles Mondlicht, Jahreszeit und Tageszeit spielen eine wichtige Rolle. Der Beste Monat für die Sichtbarkeit des Galaktischen Zeitraums (der interessante Teil der Milchstraße) ist der Mai – zumindest in der nördlichen Hemisphäre. Grundsätzlich gilt, die Milchstraße ist nur dann zu sehen wenn der Mond nicht zu sehen ist. Versiedende Smartphone Applikationen erleichtern das eruieren der besten Zeit im Monat/Jahr für die Sichtbarkeit. Meine Empfehlung: Photopills!

4. Einen dunklen Ort (etwa 50 km von einer Großstadt entfernt)

Einen Dunkeln Ort zu finden ist in der heutigen Zeit nicht immer einfach. Glücklicherweise gibt es auch hierfür eine sehr einfache Möglichkeit heraus zu finden wo man sich hinbegeben muss um der Lichtverschmutzung aus zu weichen. Mein Tipp: eine Lightpolltuion Map.

5. Ein Bildbearbeitungsprogramm wie Lightroom oder CameraRAW

Zwar ist die Milchstraße auf dem Kameradisplay unter Umständen schon beeindruckend, will man aber alles rausholen ist die Nachbearbeitung essenziell. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Um meinen Workflow zu verdeutlichen sind Bilder der spezifischen Einstellungen dieser Beschreibung mit bei gefügt. Neben den Grundeinstellungen verstärke ich helle Bereiche und dunkel dunklere Bereiche ab um die Kontraste zu verstärken.

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